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Plötzlich obdachlos: Tipps für das Leben im Auto


Schlüssel vor einem weißen Van

Von heute auf morgen hast du kein Dach mehr über dem Kopf. Was jetzt? Im Auto zu schlafen ist eine Option, die dich vor der Obdachlosigkeit schützt. Hier erfährst du, wie du ein Auto oder Van schnell und günstig zu einem Zuhause einrichtest.

Man hört es immer öfter. Und besonders die sprunghaft gestiegenen Lebenskosten sind dafür verantwortlich. Menschen, die gestern noch mitten im Leben standen, können heute ihre Wohnung nicht mehr bezahlen. Ein Ausweg ist der Umzug ins Auto. 

Meistens bleibt nicht mehr viel Vorbereitungszeit, wenn man sich zu diesem Schritt entscheidet. Es geht jetzt darum, sich ein Schlafplatz einzurichten, der trocken und warm ist. Wir leben seit über 2 Jahren in einem Van – freiwillig. Hier geben wir dir Tipps, wie “Vanlife” auf die Schnelle und vor allem kostengünstig funktioniert.

Schnell und Günstig: Fahrzeug umwandeln in ein Zuhause

Das wichtigste in der Not ist ein gemütlicher Schlafplatz, Körperhygiene und etwas zu essen. Gebe dein Geld am Anfang hauptsächlich dafür aus. Alles andere ist Luxus und kommt nach und nach. Lass dich von Vanlife-Bildern auf Social Media nicht täuschen. 

Ein Auto, Van oder Wohnmobil

Es muss kein Van sein, in dem du aufrecht stehen kannst. Ein Kleinbus oder Wagen, bei dem sich die Hintersitze umklappen lassen, sodass du mit ausgestreckten Beinen liegen kannst, genügt auch. Wenn du aber die Wahl hast: Je mehr Platz, desto komfortabler. Je senkrechter die Seitenwände, desto mehr Platz. Ein gebrauchter Kleintransporter ist oft günstiger, als man denkt. Unseren Van, einen Peugeot Boxer, bekommt man (in Deutschland) gebraucht ab 4.000€.
Falls du vor hast, den Winter im Fahrzeug zu verbringen, und du dir dafür einen Wagen kaufen möchtest, halte Ausschau nach Fahrzeugen, die bereits eine Diesel-Heizung eingebaut haben. Mehr dazu weiter unten.

Eine Schlafgelegenheit

Besorg dir am besten eine Luftmatratze, die in dein Fahrzeug passt. Es gibt auch Matratzen, die speziell für Autos oder Rücksitze gedacht sind. Eine normale Matratze tut es natürlich auch, nimmt aber mehr Platz ein. Auch eine Hängematte bietet sich an, weil sie tagsüber keinen Platz wegnimmt. 

Wenn du in einem Auto unterwegs bist: Verstaue dein Hab und Gut in Boxen und lege die Matratze oben darauf. Das spart Platz und die Boxen dienen als Lattenrost.

Wasser, Toilette, Duschen & Wäsche im Van

Überlege, ob du zwei getrennte Wassertanks benötigst: Einen für Trinkwasser und einen für Wasser zum Waschen etc. Zur Aufbewahrung kannst du mehrere Kanister kaufen. Faltbare Wasserkanister sind besonders platzsparend und günstig. Eine längerfristige Lösung zur Aufbewahrung von Wasser ist ein Frischwassertank wie dieser. Neben einem solchen Tank brauchst du auch eine Wasserpumpe, Anschlüsse usw. Woher man Wasser bekommt, beschreiben wir weiter unten.

Wäsche waschen, Waschbecken

Besorge dir ein faltbares Waschbecken wie dieses hier. Zur Not kannst du darin auch deine Wäsche waschen. Wir empfehlen aber normale Waschsalons, wenn es das Geld hergibt. Damit erleichtert man sich einiges.

Toilette

Hier kommt es darauf an, wie viel Platz und Geld du hast. Ein “Pee-Funnel” (für Frauen und Männer) kann schon reichen. Eine andere günstige Möglichkeit ist ein Eimer mit Plastiktüten und ein Toilettensitz. Chemietoiletten können auch recht günstig sein. Wir raten dir aber zu einer Trockentoilette. Wenn du es dir leisten kannst, macht diese hier Sinn. Trockentoiletten riechen am wenigsten, können recht einfach geleert werden und kommen ohne Chemie aus. Mehr Infos haben wir hier zusammengefasst.

Duschen

Der Geheimtipp, wenn es um das Duschen im Van geht, ist ein Drucksprüher. Zum Duschen füllst das Wasser hinein (Koche dazu etwas Wasser auf einem Gasherd und fülle es mit kaltem Wasser auf), pumpst ein paar Mal um Druck aufzubauen und schon kannst dich abduschen.
Draußen kannst du dir etwas Privatsphäre verschaffen, indem du einen Duschvorhang zwischen den Hintertüren oder am Kofferraum befestigst oder dir ein Duschzelt kaufst.
In Vans mit etwas mehr Stehhöhe kannst du auch innen duschen. Besorge dir dazu eine kleine Wanne, wie diese faltbare Sitzwanne, und ggf. einen Duschvorhang, den du an der Decke befestigst. 

Die Körperwäsche funktioniert ansonsten auch gut mit einer handlichen Sprühflasche, einer Seife und einem Handtuch. Wenn du eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio abschließt, kannst du auch dort duschen. Und noch ein Geheimtipp für die Frauen unter uns: Trockenshampoo!

Drucksprühflasche mit Duschkopf

Elektrizität

Wenn du im Auto lebst, wirst du sparsam mit deinem verfügbaren Strom umgehen müssen. Du kannst während dem Fahren Power Banks, dein Smartphone etc. aufladen. Auch in Cafe-Shops, auf öffentlichen Toiletten oder auf der Arbeit kannst du deine Geräte aufladen. Camper-Stellplätze haben zudem oft Stromanschlüsse, die du – meist gegen Geld – nutzen kannst. Das geht aber natürlich nur, wenn du einen Anschluss und eine Batterie hast.

Am unabhängigsten bist du im Camper, wenn du deinen eigenen Strom produzierst. Das geht z.B. über Solarenergie oder einen Generator. Solarenergie produzierst du am einfachsten, indem du dir ein fertiges System kaufst – eine tragbare Power Station, die an Solarmodule angeschlossen oder an Steckdosen aufgeladen wird. Es gibt verschiedene Größen, die mehr oder weniger Strom produzieren und speichern.

Günstiger ist es, wenn du selbst eine Solaranlage auf deinem Fahrzeugdach montierst. Auf dieser Seite findest du Schritt-für-Schritt Anleitungen für verschiedene Solaranlagen. Auch mit einem Generator kannst du Strom produzieren.

Kochgelegenheit

Um möglichst Strom-unabhängig zu kochen, raten wir zu einem Gas-Kocher aus dem Campingbereich. Gaskartuschen kannst du in vielen Shops nachkaufen. Wenn du mehrere Kartuschen online bestellst, sind sie sehr günstig. Falls du viel Energie hast, kannst du auch über einen Induktionsherd nachdenken. Hier berichten wir über unsere Erfahrungen.

Winter und Sommer im Van

Für heiße Tage im Fahrzeug empfehlen wir dir, einen batteriebetriebenen Ventilator zu kaufen und für einen Luftzug durch das Auto zu sorgen. Ein leicht geöffnetes Fenster hinten und vorne wirkt Wunder.

An kalten Tagen muss eine Heizung her. Hier kommt fast nur eine Diesel-Standheizung in Frage. Diese muss aber im Auto beziehungsweise im Van installiert werden. Wenn du dir das nicht selbst zutraust, wende dich an Bekannte oder eine Fachperson.

Eine Wärmeflasche hilft oft auch schon. Zur Not hilft auch eine Gasheizung. Während der Nutzung müssen aber Fenster geöffnet sein, wegen der Gefahr einer Kohlenmonoxiedvergiftung. Wenn du über einen Ofen nachdenkst, mach dir die Gefährlichkeit bewusst. Entscheidest du dich dafür, musst du Ventilatoren einbauen und unbedingt einen Kohlenmonoxiddetektor installieren.

Insoliere dein Fahrzeug zusätzlich – das hilft gegen Hitze und Kälte: Ein dicker Teppich leistet beispielsweise gute Dienste. Du kannst auch Schaumstoffplatten vom Baumarkt zurechtschneiden für die Wände und die Decke. Zusätzlich schützen reflektierende Fensterabdeckungen vor Hitze und Kälte.

Kühlmöglichkeit für Lebensmittel

Je nach dem, wie viel Strom du zur Verfügung hast, kannst du eine Kühlbox mit 12 Volt-Anschluss oder ohne Stromanschluss besorgen. Bei letzterem gibt es den Nachteil, dass du ständig Eis nachfüllen musst.

Sicherheit

Im Auto oder Van zu leben ist ziemlich ersichtlich. Anderen ist bewusst, dass auch Wertgegenstände wie Smartphone, Geldbeutel, Laptop und Cameras im Fahrzeug sein könnten. Wie du dein Auto vor Einbrüchen absichern kann, haben wir in diesem Artikel beschrieben.

Das ist alles, was du brauchst. Alles weitere ist Luxus und kann nach und nach ausgebessert werden.

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Was ist im Van sonst noch gut zu haben?

Es gibt ein paar Dinge, die dir das Leben im Auto oder Van leichter machen. Hierzu gehören:

  • Taschenlampe, Kopflampe (eine magnetische Lampe kann an der Autodecke fixiert werden)
  • Kleine Power Banks für das Smartphone und andere USB-Geräte und größere Power Banks, an denen auch Laptops geladen werden können.
  • Wärmeflasche
  • Abdunkelung für Fenster
  • USB-Autoladegeräte, um z.B. Smartphones während der Fahrt zu laden
  • Autoladegerät mit passendem Laptop-Anschluss, um auch den Laptop während der Fahrt zu laden
  • Spiegel
  • Im Sommer: USB-Ventilator
  • Kleine Magnete – damit kannst du alles mögliche an der Fahrzeugkarosserie befestigen, z.B. Vorhänge!
  • Reparatur-Handbuch für dein Fahrzeug: Wenn du Kleinigkeiten im Auto selbst reparierst, sparst du viel Geld!

Wie viel kostet es, im Auto/Van zu leben?

Wenn dich die Not zwingt, nach Alternativen für eine Wohnung zu suchen, spielt natürlich auch Geld eine Rolle. Wir zeigen dir, welche Kosten auf dich zukommen, wenn du im Van oder Auto lebst.

  • Benzin / Diesel ist wahscheinlich der größte Kostenfaktor. Wie viel Geld du genau einkalkulieren solltest, hängt natürlich ganz davon ab, wie viel du fährst. Dafür, dass wir im Monat 500 bis 1.000 Kilometer fahren, geben wir rund 250 Euro im Monat für Diesel aus. Wenn du keine großen Distanzen fährst, kannst du natürlich auch viel Geld sparen. Im Winter wird die Rechnung höher sein, wenn du eine Dieselheizung nutzt. Wir planen für einen Winter in Deutschland von Oktober bis April zusätzliche 100 bis 200 Euro für Diesel ein.
  • Stellplatz: Hier kommt es darauf an, ob du frei stehst oder auf einem bezahlten Platz. Wir stehen immer frei beziehungsweise auf kostenlosen Camping-Stellplätzen. In den meisten europäischen Ländern ist das möglich. Wenn du immer auf bezahlten Plätzen stehst, kann das schnell teuer werden. Rechne dann mit 15 bis 30 Euro pro Nacht und mehr. Du kannst dich auch über “Dauercamper”-Möglichkeiten auf normalen Campingplätzen informieren. Oft sind diese wiederum ziemlich günstig (ein paar 100 Euro pro Saison).
  • Wasser ist relativ günstig und kostet ca. 50 Cent bis 1 Euro je 100 Liter. Oft gibt es Wasser auch komplett kostenlos. Zu zweit kommen wir mit knapp 700 Litern Frischwasser im Monat aus.
  • Electricity: If you generate your own energy via solar or wind power, it’s a one-time investment – after that, the electricity is free. With a diesel generator or if you are plugged in at the campsite, it is of course a different story. But the costs are also very manageable. On campsites, you can expect to pay up to 20 cents per kilowatt hour.
  • Insurance, taxes & repairs: Depending on how long you live in the car or van, one or the other part will break and need to be repaired. In addition, the vehicle insurance (s) and taxes must be calculated. Definitely buy a Haynes Manual for your vehicle and read it. There is probably plenty of repairs you can do without much repair knowledge.

Wenn du deine eigene Energie erzeugst (0€), auf kostenlosen Parkplätzen stehst (0€), mit 500 Litern Frischwasser im Monat auskommst (5€), rund 250€ Diesel-Kosten einkalkulierst und im Jahr 1.500€ für Steuern und Versicherungen ausgibst, solltest du pro Monat mit 375€ Kosten rechnen, um im Van zu leben. Kalkuliere im Winter zusätzliche 200€ ein, wenn du mit einer Dieselheizung heizt. Je nach dem, wie viel du fährst, können die Kosten letztlich stark variieren.

Wie finde ich sichere Stellplätze für die Nacht?

  • Apps wie Park4Night erleichtern die Stellplatzsuche sehr. Lese dir insbesondere die Bewertung der einzelnen Plätze von anderen Leuten durch, bevor du einen Platz anfährst. Hier wird über defekte Wasserautomaten, die Sicherheit des Platzes und den Anfahrtsweg berichtet.
  • Industriegebiet. Klingt schlimmer, als es ist. Zwischen all den LKWs erregt man in Industriegebieten keine Aufmerksamkeit. So kann man auch mal mehrere Nächte dort bleiben. Besonders am Wochenende findet man freie Plätze, Sackgassen sind besonders ruhig. Mit etwas Glück liegt der Platz am Rande einer Stadt mit Nähe zur Natur.
  • Google Maps und Maps.me sind weitere Apps, die wir gerne nutzen. Suche nach Parkplätzen in der Gegend und schau dir dann das Satellitenbild dazu an. So kannst du dir einen ersten Eindruck machen.

Wie oft sollte ich den Camping-Stellplatz wechseln?

Das kommt ganz darauf an, wie wohl du dich fühlst und wie du von Anwohnern wahrgenommen wirst. Du bekommst schnell ein Gefühl dafür, ob du willkommen bist oder nicht. Klar ist: Regelmäßiges Stellplatz wechseln erspart dir Ärger. Wir fahren oft schon nach einer Nacht weiter oder spätestens dann, wenn wir Leute wieder erkennen, die am Tag vorher schon grimmig auf unseren Camper gestarrt haben. Auf offiziellen Wohnmobil-Stellplätzen reizen wir die maximale Stehdauer gerne auch mal aus – bis wir weiter wollen.

Wo entsorge ich Müll und Schmutzwasser, woher bekomme ich Wasser?

  • Auf offiziellen Wohnmobil-Stellplätzen, die du per App (z.B. Park4Night oder Google Maps) findest, gibt es oft auch sogenannte Ver- und Entsorgungsanlagen. Dort kannst du dich mit Frischwasser versorgen und dein Schmutzwasser (Grauwasser) entsorgen. Meistens findet man dort auch Mülleimer.
  • In Deutschland selten und eher in den südlichen europäischen Ländern kann man auch kleine Brunnen nutzen, um den Frischwassertank bzw. die Wasserkanister aufzufüllen. Das Wasser ist dann kostenlos. Wenn kein “Trinkwasser”-Schild angebracht ist, mach einen kleinen Geruchs- oder Geschmackstest, bevor du all deine Kanister auffüllst.
  • Geheimtipp: Im Industriegebiet, auf LKW-Parkplätzen sowie auf Rastplätzen an Autobahnen gibt es meistens große Abfalleimer oder Abfallcontainer.
  • Wasser gibt es oft auch in öffentlichen Parks, Fitnessstudios oder Toiletten.

Wie richte ich Internet im Camper ein?

Um Internet per Laptop, Smartphone etc. nutzen zu können: Besorge dir einen Router, z.B. diesen und eine Simkarte mit möglichst unlimitiertem Datenvolumen. Damit kannst du dir Wlan einrichten, über das du dich dann mit dem Laptop oder Smartphone einloggst – Ganz so, wie zu Hause.

In Deutschland nutzen wir aktuell Freenet.com. Unlimitiertes Datenvolumen kostet dort nur einen Euro pro Tag. Das ist der beste Deal, der uns bekannt ist und funktioniert sehr gut. In Italien nutzen wir Iliad, dort ist es sogar noch günstiger. Mehr dazu hier.

Darf man überhaupt im Van leben?

In einem Fahrzeug zu leben ist in Deutschland nicht per Gesetz verboten. Achte darauf, den Stellplatz regelmäßig zu wechseln und vermeide es, dich in einer stillen Ecke einer Stadt sichtbar auszubreiten. Wenn du die Markiese ausfährst, die Sitzecke aufstellst und das Gebüsch als Klo benutzt, wird das nicht gern gesehen. Wenn dich die Polizei damit konfrontiert, dass du schon X Nächte an dem Platz stehst, sage am besten, dass du heute noch weiterfahren wirst. Wenn du das dann auch tust, wirst du in der Regel keine Probleme bekommen. Eine Ausnahme ist natürlich, wenn das Campieren ausdrücklich auf einem Parkplatz verboten ist.

Am besten ist es, wenn du eine Meldeadresse behälst, worüber du auch Post empfangen kannst. Solange du bei dieser Meldeadresse Gegenstände lagerst, die dir gehören und du dort immer mal wieder bist, ist die Adresse auch legal und keine “Scheinadresse” (so verstehen wir es). Wenn du dich auf einem festen Stellplatz eines Campingplatzes einrichtest, lohnt es sich bei der Gemeinde nachzufragen, ob man diesen als Wohnsitz anmelden kann – in manchen Bundesländern soll das möglich sein. Und zuletzt kannst du dich natürlich auch “wohnsitzlos” melden. Das kann aber wiederum bei der Jobsuche ein Nachteil sein.

Und was mache im Winter?

Im Winter, wenn es kälter wird, machst du genau das, was Menschen tun, die in einer Wohnung leben: Du heizt. Die Möglichkeiten hierzu haben wir weiter oben beschrieben. Eine andere Möglichkeit für diejenigen die remote oder gar nicht arbeiten: Fahrt über den Winter in südliche, wärmere Gegenden. Nachdem wir im ersten Winter 2020/2021 Temperaturen von minus 16 Grad aushielten, wollten wir den darauffolgeden Winter lieber in Italien verbringen. Dort herrschten dann zwar auch nicht die sommerlichsten Temperaturen, aber unsere Heizung lief deutlich seltener. Fall du in einer schneereichen Gegend im Fahrzeug überwinterst: Es ist gut, eine Schaufel dabei zuhaben. Bei viel Schneefall kannst du dich so freischaufeln.

 

Was ist, wenn meine Bekannten sehen, dass ich im Auto lebe?

Wenn dich dieser Gedanke belastet – bei uns war es so: Dass wir in unseren Van zogen, haben wir zu Beginn nur den wenigsten Bekannten erzählt. Den anderen ist es viele Monate gar nicht aufgefallen. Und selbst wenn es irgendwann auffällt – wenn dich die Not in diese Situation gebracht hat, ist das so und das muss niemanden anderen etwas angehen. 

Oft wird man nach dem “Outcome” mit Fragen bombardiert wie:

  • Ist das überhaupt legal?
  • Wo stehst du dann?
  • Was ist mit Duschen?
  • Und was machst du im Winter?

Auf diese Fragen weißt du jetzt ja eine gute Antwort.

Abschließende Tipps für das Leben im Camper

  • Post: Wenn die Zeit im Van doch länger dauert als erwartet: Informiere dich über alternative Möglichkeiten, Briefe und Pakete zu empfangen. In Deutschland nutzen wir Packstationen von DHL und Amazon, um Packete zu empfangen. Zudem haben wir auch für einige Zeit ein Postfach der deutschen Post gemietet, um Briefe zu empfangen. Leider kann man aber nicht alle Briefe über Postfächer empfangen.
  • Lagerbox: Wenn du Eigentum unterbringen musst, ohne Familie und Freunde fragen zu wollen, informiere dich über Lagerboxen. Du zahlst pro Quadratmeter und hast oft sogar 24 Stunden täglich von Montag bis Sonntag Zugang. Denk aber dran, dass sich das Geld für eine Lagerbox auch schnell summiert. Weniger zu besitzen, macht vielleicht mehr Sinn.
    Manche kaufen sich auch einen geschlossenen Anhänger, in dem Dinge gelagert werden können. In Deutschland darf dieser aber nur wenige Wochen am Stück an einem Ort geparkt werden und muss daher immer mal wieder bewegt werden.
  • Sei ein Minimalist: Denk daran, nur das Wichtigste mit ins Auto / in den Van zu nehmen. Der Platz im Fahrzeug ist begrenzt und zu viel Zeug wird schnell lästig.
  • Sicherheit: Errege keine unnötige Aufmerksamkeit, sondern halte dich lieber bedeckt. Verdunkle deine Fenster oder lass nichts Wertvolles offen herrum liegen, wenn du nicht im Auto bist. So vereidest du es, bestohlen zu werden.
  • Notgroschen: Lege ein bisschen Geld zurück, sodass du dir im Falle der Fälle ein paar Nächte in einem Hostel oder Hotel leisten kannst.

Fazit: Vanlife hat auch gute Seiten

Je mehr du dein Auto oder Van als Zuhause einrichtest und lernst, mit der Situation klar zu kommen, desto besser wird es, Tag für Tag. Vanlife kann auch schön sein und wird dir lebenslange Erinnerungen bereitstellen.

Wenn du dich im Fahrzeug wohl fühlst, ist der Lebensstil außerdem eine super Gelegenheit, Geld zu sparen. Wir haben von Leuten gehört, die dadurch riesige Summen an Schulden abbezahlen konnten. Besonders aber in Gegenden, wo Wohnungen und Häuser unbezahlbar sind, ist das Leben im Van eine echte Alternative geworden. Nicht nur Studenten, sondern Menschen in jedem Alter, sogar ganze Familien und Senioren sind diesen Schritt bereits gegangen. Nicht immer nur um Geld zu saren, sondern auch, weil viele durch Vanlife das Gefühl haben, viel intensiver zu leben.

Bleib dran und hartnäckig. Du schaffst das. Genieß die zusätzliche Freiheit!

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